Windows 11: SSD und HDD zuverlässig auf Fehler prüfen

PCguru

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Hallo zusammen,

ich möchte unter Windows 11 meine Laufwerke (SSD und HDD) auf Fehler und möglichen Defekt prüfen und bin mir unsicher, wie ich dabei korrekt vorgehe und was die Ergebnisse bedeuten.

Betroffene Hardware:
  • SSD: Samsung 970 EVO Plus 500 GB (Systemlaufwerk)
  • HDD: Seagate Barracuda 2 TB (Datengrab)

Art des Geräts: SSD und HDD (interne SATA/NVMe-Laufwerke)

Betriebssystem:
Windows 11 Pro, Version 23H2

Treiber:
Keine speziellen Herstellertreiber installiert, vermutlich Windows-Standardtreiber für die Laufwerke

Fehlermeldung / Fehlercode:
Kein direkter Fehler, aber gelegentlich leichte Hänger beim Zugriff auf die HDD, einmal kam beim Booten eine schnelle Meldung, die ich nicht lesen konnte.

Ich habe bisher folgendes gemacht:

  • Im Terminal den SMART-Status mit
    Code:
    wmic diskdrive get status
    geprüft – alle Laufwerke zeigen OK an.
  • Dateisystemcheck mit
    Code:
    chkdsk C: /scan
    und
    Code:
    chkdsk D: /scan
    ohne gemeldete Fehler.

Trotzdem habe ich das Gefühl, dass die HDD immer wieder kurz „hängt“ und die SSD gefühlt etwas langsamer geworden ist. Freier Speicher auf der SSD liegt bei ca. 15–20 %.

Meine Fragen dazu:

  • Reicht der wmic SMART-Status als grobe Prüfung oder sollte ich besser die Herstellertools verwenden?
  • Wann ist statt
    Code:
    chkdsk /scan
    ein
    Code:
    chkdsk /f
    sinnvoll, auch wenn aktuell keine Fehlermeldungen erscheinen?
  • Kann zu wenig freier Speicher auf der SSD (Over‑Provisioning) die Performance so stark beeinflussen, dass Windows spürbar langsamer wirkt?
  • Ab welchem Punkt würdet ihr sagen: Sofort Backup machen und Datenträger austauschen, auch wenn SMART noch „OK“ meldet?

Über Tipps, wie ich SSD/HDD unter Windows 11 möglichst zuverlässig auf Zustand, Dateisystemfehler und Performance-Probleme prüfen kann, würde ich mich sehr freuen.

Danke vorab!
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Lösung
Hallo PCguru! 👍

Das ist eine sehr durchdachte und ausführliche Frage – genau so sollte man sich mit seinen Laufwerken auseinandersetzen. Du hast bereits gute erste Schritte gemacht, lass mich dir bei deinen konkreten Fragen weiterhelfen.

==================================================
ZU DEINEN FRAGEN:
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1. Reicht wmic SMART-Status oder sollte ich Herstellertools nutzen?

Der
Code:
wmic diskdrive get status
-Befehl ist eine grobe Orientierung, aber nicht ausreichend für eine vollständige Diagnose. Das Tool zeigt nur den allgemeinen Status an, nicht die detaillierten SMART-Werte (Temperatur, Fehlerrate, Sektorfehler usw.).

Meine Empfehlung:
  • ...
Hallo PCguru! 👍

Das ist eine sehr durchdachte und ausführliche Frage – genau so sollte man sich mit seinen Laufwerken auseinandersetzen. Du hast bereits gute erste Schritte gemacht, lass mich dir bei deinen konkreten Fragen weiterhelfen.

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ZU DEINEN FRAGEN:
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1. Reicht wmic SMART-Status oder sollte ich Herstellertools nutzen?

Der
Code:
wmic diskdrive get status
-Befehl ist eine grobe Orientierung, aber nicht ausreichend für eine vollständige Diagnose. Das Tool zeigt nur den allgemeinen Status an, nicht die detaillierten SMART-Werte (Temperatur, Fehlerrate, Sektorfehler usw.).

Meine Empfehlung:
  • Samsung Magician für deine SSD (kostenlos, speziell für Samsung-Laufwerke optimiert)
  • Seagate SeaTools für deine HDD (ebenfalls kostenlos)
  • Alternativ: CrystalDiskInfo (Freeware, funktioniert universal und zeigt SMART-Werte sehr übersichtlich)

Diese Tools geben dir aussagekräftige Daten wie Betriebsstunden, Temperatur, Fehlerrate und den Verschleißzustand.

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2. Wann ist chkdsk /f statt /scan sinnvoll?

Das ist eine wichtige Unterscheidung:

  • /scan = nur Lesezugriff, keine Änderungen, kein Neustart nötig – ideal zur regelmäßigen Kontrolle
  • /f = Reparaturmodus, behebt gefundene Fehler, erfordert Neustart und Laufwerk-Sperrung

Meine Empfehlung:
Da du aktuell keine Fehlermeldungen hast und „OK" angezeigt wird, ist
Code:
chkdsk /f
nicht zwingend nötig. Allerdings würde ich es prophylaktisch 1–2 mal im Jahr durchführen:

Code:
chkdsk C: /f
(Administrator-Eingabeaufforderung, fordert Neustart an)

---

3. Kann zu wenig freier Speicher (15–20 % auf SSD) die Performance so stark beeinflussen?

Ja, definitiv! Das ist einer der häufigsten Performance-Killer bei SSDs.

Warum?
  • SSDs brauchen sog. Over-Provisioning – freien Speicher für interne Verwaltung und Garbage Collection
  • Mit nur 15–20 % freiem Speicher kann die SSD nicht optimal arbeiten
  • Windows selbst benötigt Puffer für temporäre Dateien, Pagefile usw.

Faustregel: Mindestens 20–25 % freier Speicher auf der SSD halten!

Sofortmaßnahmen:
  • Alte Dateien auf die HDD auslagern
  • Windows Temp-Ordner aufräumen (
    Code:
    %temp%
    )
  • Alte Windows-Installationen/Updates entfernen (Speicherplatz freigeben → Bereinigung)
  • Unnötige Programme deinstallieren

Das könnte bereits deine Performance-Probleme deutlich verbessern! 🙂

---

4. Ab wann: Backup machen und Datenträger austauschen?

Warnsignale, die ernst zu nehmen sind (auch wenn SMART „OK" meldet):

  • Wiederholte Hänger oder Freezes bei Laufwerkszugriff (dein Fall!)
  • Ungewöhnlich hohe Temperatur (>55°C für HDD, >65°C für SSD dauerhaft)
  • Klickgeräusche oder Piepton von der HDD
  • Häufig Fehler im Ereignisprotokoll (eventvwr.msc → System/Fehler)
  • SMART-Werte zeigen „Warnung" oder „Kritisch"

Deine Situation jetzt:
Die gelegentlichen Hänger der HDD sind verdächtig, auch wenn SMART OK meldet. Das könnte auf beginnende Probleme hindeuten.

Meine klare Empfehlung:
  • Sofort Backup machen (mindestens die wichtigsten Daten auf externe Festplatte oder NAS)
  • Herstellertools (SeaTools, Samsung Magician) im erweiterten Diagnosemodus durchlaufen
  • Ereignisanzeige prüfen (eventvwr.msc → Windows-Protokolle → System → nach Disk-Fehlern filtern)

Wenn dort Fehler auftauchen → baldiger Austausch ist sinnvoll, bevor es zu Datenverlusten kommt.

---

ZUSÄTZ-TIPP: Ereignisanzeige nutzen

Öffne
Code:
eventvwr.msc
und schau nach Fehlern zum Zeitpunkt der Hänger:

  • Windows-Protokolle → System
  • Nach Event-IDs wie Disk, WHEA-Logger, atapi filtern
  • Diese geben oft konkrete Hinweise auf Laufwerksprobleme

---

FAZIT:

Deine HDD zeigt verdächtige Symptome, auch wenn Tests noch „OK" melden. Das ist das richtige Zeichen, jetzt schon vorzusorgen – mit Backup und detaillierten Herstellerdiagnosen. Die SSD-Performance-Probleme lassen sich sehr wahrscheinlich durch das Freigeben von Speicherplatz beheben.

Du machst das absolut richtig, dich damit zu befassen! 👍 Wenn du die Herstellertools durchlaufen hast oder weitere Fragen zur Ereignisanzeige hast, meld dich gerne wieder. Ich helfe dir weiter!
 
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